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Wenn du falsch misst, hast du auch keine Toleranz verletzt – du weißt es nur nicht.“

Wenn du falsch misst, hast du auch keine Toleranz verletzt – du weißt es nur nicht.“"

🧪 Moderne Zeichnungen enthalten immer häufiger Form- und Lagetoleranzen (GD&T) – aber: Die Messtechnik hinkt oft hinterher. Viele Fertiger prüfen Maßtoleranzen, aber nicht die geometrischen Elemente, auf denen die Funktion basiert.

🔍 Typische Fehler in der Praxis: • Bezug A-B-C nicht auf dem Messplan definiert → Messergebnis ist relativ zu einer nicht existenten Basis • Messstrategie misst Durchmesser, nicht Koaxialität → „passt“, aber Lager klemmt • Taktil gemessen – obwohl Fläche verformt ist (z. B. Alu-Druckguss) → falsches Ergebnis

🛠️ Messstrategie definieren heißt:

✅ Welches Bezugssystem gilt? ✅ Welche Messpunkteverteilung ist zulässig (z. B. 3-Punkt vs. Best-Fit)? ✅ Welcher Filter/Algorithmus (z. B. Gauss’sche Ausgleichsform, Hüllbedingung)? ✅ Taktile, optische oder multisensorische Prüfung? ✅ Wie wird das Messobjekt eingespannt (frei, fixiert, mit Vorrichtung)?

📊 Beispiel:

Bohrung mit Positionsabweichung Ø0,05 zu A|B|C • Wird oft nur im Koordinatenmaß geprüft → falsch • Korrekt: 1. Bezug A erzeugen (z. B. plan aufspannen) 2. B = Längsfläche, C = Querfläche 3. Position der Bohrung relativ zu diesem Bezug prüfen → ergibt echten Positionsfehler im Raum

🔧 Was fehlt häufig? • Rückführung auf ISO 1101 • Berücksichtigung der Toleranzmodifikatoren (LMC, MMC) • Messunsicherheit in der Bewertung • Messstrategie dokumentiert auf Zeichnung oder MBD-Modell

💡 Fazit: Wer nur das misst, was einfach geht, ignoriert die Realität des Bauteils.

Nur mit klarer Strategie ist eine Prüfung auch eine Aussage.

💬 Legt ihr eure Messstrategie aktiv fest – oder überlasst ihr sie der QS?

 
 
 

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