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Multiaxiale Spannungszustände – warum 1D-Vergleichsspannung oft zu kurz greift.“

Multiaxiale Spannungszustände – warum 1D-Vergleichsspannung oft zu kurz greift.“"

🧠 In vielen FEM-Auswertungen wird die Spannung einfach als von Mises dargestellt. Grün = gut, Rot = kritisch. Doch was dabei übersehen wird:

👉 Die reale Beanspruchung eines Bauteils ist oft mehrachsig. Und nicht alle Werkstoffe verhalten sich unter Mehrachsbeanspruchung wie unter Zug.

🔬 Was bedeutet multiaxial?

Ein Spannungszustand besteht immer aus: • Normalspannungen in x-, y-, z-Richtung • Schubspannungen in xy, yz, zx • → insgesamt: 6 Komponenten (Spannungstensor)

In Bauteilen wirken oft alle gleichzeitig – z. B. bei Lagerstellen, Torsion mit Biegung, Einpressungen oder Schweißnähten.

⚠️ Typische Fehler bei der Interpretation: • 1D-Werkstoffdaten (σz) für mehrachsige Beanspruchung verwendet • von Mises als einziges Versagenskriterium → reicht bei nicht-duktilen Werkstoffen nicht • Richtung der Hauptspannungen ignoriert • Zyklische Beanspruchung nicht multiaxial betrachtet → Ermüdungsversagen

✅ Engineering-Strategien für mehrachsige Analyse: 1. Spannungstensor analysieren → Hauptspannungen & -richtungen bestimmen 2. Geeignete Versagenskriterien nutzen: Tresca, Mohr-Coulomb, Druck-Zug-Verhältnis 3. Nichtmetallische Werkstoffe (Keramik, Faserverbunde): andere Kriterien! 4. Multiaxiale Wöhlerlinien für Ermüdungsfestigkeit nutzen 5. Kritische Ebenen-Analyse bei zyklischer Belastung (Dang Van, Findley etc.)

💡 Fazit: Bauteile brechen nicht nur, wenn eine Achse „rot“ ist – sie versagen, wenn das Spannungssystem insgesamt kritisch wird.

👉 Wer nur in 1D denkt, wird früher oder später eine 3D-Katastrophe erleben.

💬 Nutzt ihr multiaxiale Ermüdungskriterien in eurer FEM-Auswertung – oder reicht euch die Farbe?

 
 
 

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