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Wenn das Bauteil langsam fließt: Kriechen verstehen und vermeiden.“

Wenn das Bauteil langsam fließt: Kriechen verstehen und vermeiden.“"

🧠 In vielen Anwendungen entsteht die Belastung nicht plötzlich – sondern dauerhaft. Doch was, wenn das Material unter dieser konstanten Last langsam aber stetig nachgibt?

👉 Willkommen im Bereich der zeitabhängigen Werkstoffverformung: Kriechen.

🧪 Was ist Kriechen?

Kriechen ist die plastische Verformung unter konstanter Last über Zeit – verstärkt durch Temperatur, Materialwahl und Bauteilgeometrie.

🔍 Kritische Einsatzbereiche: • Dampfleitungen, Turbinengehäuse, Hochdrucksysteme • Lötverbindungen in Elektronik bei zyklischer Temperatur • Kunststoffe bei Langzeitbelastung (z. B. Schraubverbindungen) • Dichtungen, Dichtflächen, Isolatoren

❌ Typische Fehler: • Bauteil „trägt“ anfangs → versagt aber nach Wochen oder Monaten • Keine Kriechprüfung im Werkstoffdatenblatt beachtet • Kunststoffteile unter Dauerzug oder -druck → bleibende Verformung • Keine Simulation mit Kriechmodellen (z. B. Norton-Modell) • Temperatur als „Einflussgröße“ ignoriert

✅ So gehst du richtig vor: 1. Werkstoffdaten bzgl. Kriechen prüfen (z. B. bei PEEK, PTFE, Lötzinn etc.) 2. Langzeitverformung mit einplanen (insbesondere bei hohen Temperaturen) 3. Bei FEA: zeitabhängige Materialmodelle verwenden 4. Schraubverbindungen auf Vorspannungsverlust prüfen 5. Dauerhafte Kraft → immer kritisch betrachten – auch ohne Bewegung!

💡 Fazit: Nur weil sich ein Teil nicht bewegt, heißt das nicht, dass es stabil bleibt. 👉 Kriechen ist der lautlose Werkstoffkiller.

💬 Schon mal erlebt, dass ein Kunststoffteil plötzlich dauerhaft verformt war?

 
 
 

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