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Wie du dünnwandige Frästeile zerschießt – und wie du es vermeidest.“

Wie du dünnwandige Frästeile zerschießt – und wie du es vermeidest.“"

📐 In der Konstruktion sehen dünnwandige Frästeile elegant aus. Aber: Wenn du sie falsch aufspannst oder in der falschen Reihenfolge bearbeitest, wird aus deinem CAD-Teil ein verzogener Blechflügel – auch bei 7075 oder 1.2312.

🛠️ Typischer Praxisfall:

Du konstruierst eine Strukturplatte mit: • Grundplatte 10 mm • zwei Durchbrüchen 70x50 mm • umlaufender Wand: 3 mm • Material: EN AW-5083 • Planebenheit: 0,05 mm

Im CAD passt alles. Aber: 👉 Nach dem Entspannen biegt sich das Teil wie eine Schüssel. Warum?

🔬 Ursache: Asymmetrische Spannung • Beidseitig unterschiedliches Volumen abgetragen • Innenausschnitt zu früh freigefräst • Einspannung nicht symmetrisch genug • Keine Zwischenentspannung

✅ Lösung: Strategische Bearbeitung 1. Rohteil spannungsarm geglüht verwenden 2. Aufspannflächen zuerst bearbeiten (Flächenfräsen, Referenzen schaffen) 3. Außenkontur anlegen, aber nicht trennen 4. Nur Teilbereiche vorschruppen – Zwischenentspannung 5. Innenausschnitte zuletzt bearbeiten 6. Letzter Schnitt: Außen trennen → Das Teil bleibt in Spannung bis zum letzten Schritt – und hält die Form

📏 Bonus: Konstruktionstipp • 3 mm Wände < 40 mm hoch? → Nutze Verstärkungsstege, die später entfernt werden • Nutze symmetrische Innenausschnitte → Verhindert einseitiges Wegbiegen • Simuliere Spannung + Verformung → Ansys Workbench / Simufact / NX Nastran

💡 Fazit: Verzug ist kein Bedienfehler – sondern das Ergebnis einer nicht durchdachten Bearbeitungsstrategie.

👉 Wer abtragt, muss vorher nachdenken.

💬 Fräst ihr eure dünnwandigen Teile sequenziell – oder komplett in einem Rutsch?

 
 
 

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