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Warum dein CAD-Modell bei 25 °C perfekt passt – und in der Realität versagt.“

Warum dein CAD-Modell bei 25 °C perfekt passt – und in der Realität versagt.“"

Eine tiefere Analyse von Toleranzketten & thermischem Verhalten in technischen Baugruppen

🧠 CAD ist eine Vereinfachung. Und meistens findet diese Vereinfachung bei 20–25 °C statt, mit perfekten Nennmaßen und idealen Bedingungen.

Doch in der Realität wirken: • Temperaturunterschiede • Fertigungstoleranzen • Werkstoffpaarungen mit unterschiedlicher Ausdehnung • Spannung durch Montage

Und all das führt zu:

👉 Übermaß, Spiel, Klemmung, Verzug oder Zwangslagen

🔬 Ein Beispiel:

Alu-Gehäuse mit Stahl-Welle und Presssitz.

Annahmen: • Stahl-Welle d = 25.000 mm • Alu-Gehäuse-Bohrung D = 24.975 mm → Presssitz mit 25 µm Übermaß • Temperatur bei Montage: 20 °C • Temperatur im Betrieb: 70 °C • α (Alu) ≈ 23e-6 /K, α (Stahl) ≈ 12e-6 /K

Was passiert im Betrieb? • Alu dehnt sich mehr → Bohrung wird größer • Stahl dehnt sich weniger → Welle bleibt kleiner → Ergebnis: Der Presssitz verliert seine Klemmkraft → Spiel entsteht → Lager wandert → Bauteil versagt

⚠️ Was bedeutet das?

Ein scheinbar „korrekt konstruierter“ Sitz kann bei Temperaturdifferenz vollständig funktionsuntüchtig werden.

✅ Wie man das verhindert: 1. Toleranzketten analysieren mit Worst-Case-Betrachtung 2. Thermische Ausdehnung pro Werkstoff berücksichtigen 3. Montage- & Betriebstemperatur trennen 4. Simulation / FEA mit Temperaturfeldern durchführen 5. Montagekonzepte anpassen (z. B. Kälte-/Warmeinbau, Entlastnuten etc.)

💡 Fazit: 👉 Wenn du in deinem CAD nur Maße „einstellst“ – ohne Toleranzen und Thermik – dann konstruierst du in einer Welt, die so nicht existiert.

Technik passiert bei 70 °C, in der Werkstatt, unter Spannung – nicht im Schreibtischmodell.

 
 
 

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